Landtransport
Expresstransport und Direktfahrt: wann sich der Aufpreis rechnet
Kurz gesagt
Rechnen Sie nicht die Frachtkosten gegen die Alternative Fracht, sondern gegen die Kosten des Wartens. Steht wegen eines fehlenden Teils eine Linie still, ist eine Sonderfahrt fast immer die günstigere Entscheidung. Mit einem Fahrer sind pro Tag 600 bis 700 Kilometer machbar, mit zwei Fahrern über 1.000.
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Die Rechnung, die tatsächlich zählt
Wer eine Expressfahrt anfragt und den Preis mit dem Stückgutpreis vergleicht, vergleicht die falschen Zahlen. Die richtige Gegenrechnung lautet: Was kostet es, wenn die Ware nicht rechtzeitig da ist?
Typische Fälle, in denen diese Rechnung eindeutig ausgeht:
- Produktionsstillstand. Eine stehende Linie kostet je nach Branche vier- bis fünfstellige Beträge pro Stunde. Gegen diese Zahl ist jede Sonderfahrt günstig.
- Konventionalstrafe. Wenn im Liefervertrag eine Vertragsstrafe für Verzug steht, liegt der Vergleichswert schwarz auf weiß vor.
- Montage- oder Servicetermin. Ein Team, das anreist und nicht arbeiten kann, kostet einen Tagessatz plus die Verschiebung des nächsten Termins.
- Messe- und Eventtermine. Hier gibt es keinen zweiten Versuch. Der Stand steht am Eröffnungstag oder er steht nicht.
In allen anderen Fällen, also bei Lagerware, Nachschub ohne Engpass und planbaren Lieferungen, ist eine Sonderfahrt fast immer die falsche Wahl. Wir sagen Ihnen das auch dann, wenn die Sonderfahrt für uns der größere Auftrag wäre.
Was den Preis treibt
Die Anfahrt
Der wichtigste einzelne Faktor. Ein Fahrzeug, das ohnehin 20 Kilometer entfernt steht, kostet deutlich weniger als eines, das 300 Kilometer anfahren muss. Deshalb lohnt sich der Anruf statt des Formulars: Wir können sofort im Partnernetz schauen, was in Ihrer Nähe frei ist.
Die Rückrichtung
Nach der Zustellung steht das Fahrzeug am Zielort. Gibt es dort eine Rückladung, verteilt sich der Preis. Gibt es keine, zahlen Sie die Leerfahrt anteilig mit. Fahrten in Ballungsräume sind deshalb tendenziell günstiger als Fahrten in dünn besiedelte Regionen.
Ein Fahrer oder zwei
Ein Fahrer darf nach den EU-Lenkzeitregeln grundsätzlich neun Stunden am Tag fahren, zweimal wöchentlich zehn, und muss dann eine Ruhezeit einlegen. Praktisch sind damit 600 bis 700 Kilometer an einem Tag machbar.
Bei Doppelbesetzung wechseln sich zwei Fahrer ab, das Fahrzeug rollt fast durchgehend. Über 1.000 Kilometer in 24 Stunden sind so realistisch. Das kostet den zweiten Fahrer, halbiert aber die Laufzeit. Bei langen Strecken mit hartem Termin ist das der entscheidende Hebel.
Fahrzeuggröße
Ein Sprinter kostet deutlich weniger als ein Sattelzug. Prüfen Sie deshalb genau, was wirklich transportiert werden muss. Häufig reicht das defekte Bauteil statt der kompletten Baugruppe, und dann reicht auch der Sprinter.
Was Sie beim Anruf bereithalten sollten
Bei einer Sonderfahrt geht es um Minuten. Wenn Sie anrufen, halten Sie diese Angaben bereit:
- Abhol- und Zielort, möglichst mit Postleitzahl
- Ab wann ist die Ware abholbereit
- Bis wann muss sie ankommen, mit Uhrzeit
- Maße, Gewicht und Anzahl der Packstücke
- Ist an beiden Enden eine Rampe oder ein Stapler vorhanden
- Ansprechpartner mit Handynummer an Abhol- und Zielort
Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Eine Sonderfahrt, die nachts um zwei Uhr ankommt und niemanden erreicht, hat ihren Zweck verfehlt.
Was eine Direktfahrt ohne Zeitdruck bringt
Direktfahrt ist nicht nur Notfallwerkzeug. Es gibt Sendungen, bei denen sie unabhängig vom Termin die richtige Wahl ist:
- Empfindliche Ware. Kalibrierte Messtechnik, Prüfstände und empfindliche Elektronik vertragen zwei Umschläge im Stückgutnetz schlecht.
- Hoher Warenwert bei geringem Gewicht. Die Haftungsbegrenzung von 8,33 Rechnungseinheiten je Kilogramm greift hier besonders hart. Weniger Handling bedeutet weniger Risiko.
- Sperrige oder nicht stapelbare Ware. Was ohnehin als Sperrgut berechnet wird, liegt preislich oft nicht weit von der Direktfahrt entfernt.
Ob sich das in Ihrem Fall rechnet, sagt Ihnen niemand pauschal. Nennen Sie uns die Sendung, dann rechnen wir Stückgut, Teilladung und Direktfahrt gegeneinander. Grundlagen dazu im BeitragStückgut, Teilladung oder Komplettladung.