Landtransport
Stückgut, Teilladung oder Komplettladung
Kurz gesagt
Bis etwa sechs Paletten ist Stückgut in der Regel am günstigsten, zwischen acht und zwanzig liegt der Bereich der Teilladung, ab rund zwanzig Stellplätzen rechnet sich die Komplettladung. Entscheidend ist neben der Menge vor allem, ob Ihre Ware stapelbar ist, weil das die belegte Fläche halbiert.
Zuletzt aktualisiert am
Die drei Ladungsarten
Stückgut
Ihre Sendung läuft über ein Netz aus Umschlagpunkten. Sie wird beim Versender abgeholt, im Abgangsdepot umgeschlagen, im Hauptlauf zum Zieldepot gefahren, dort erneut umgeschlagen und zugestellt. Typischerweise für eine bis sechs Paletten.
Vorteil: günstigster Preis pro Palette, feste Abfahrten, keine Mindestmenge.
Nachteil: zwei bis drei Umschläge, Laufzeitfenster statt festem Termin, höheres Schadensrisiko.
Teilladung
Ihre Sendung teilt sich das Fahrzeug mit wenigen anderen Sendungen, meist zwei bis vier. Es gibt keinen oder nur einen Umschlag. Typischerweise ab etwa acht Paletten.
Vorteil: deutlich weniger Umschlag als Stückgut, planbarere Laufzeit, günstiger als eine Komplettladung.
Nachteil: Abfahrt hängt an der Verfügbarkeit passender Beiladung, weniger flexibel bei kurzfristigen Terminen.
Komplettladung
Ein Fahrzeug fährt ausschließlich Ihre Sendung, direkt von A nach B. Kein Umschlag, keine Zwischenstopps. Ab rund 15 bis 20 Stellplätzen, oder immer dann, wenn Termin oder Empfindlichkeit es erfordern.
Vorteil: planbare Ankunft, kein Umschlagrisiko, ab genügend Menge der günstigste Gesamtpreis.
Nachteil: bei kleinen Mengen deutlich teurer, weil Sie das ganze Fahrzeug zahlen.
Stellplätze, die Einheit, in der Frachtführer rechnen
Ein Stellplatz ist die Grundfläche einer Europalette, also 120 mal 80 Zentimeter. Ein Standard-Sattelzug mit 13,6 Meter Auflieger hat 33 bis 34 Stellplätze bei einer Nutzlast von typischerweise 24 bis 25 Tonnen.
Zur Orientierung für kleinere Fahrzeuge:
- Sprinter: 3 bis 4 Europaletten, rund 1 bis 1,4 Tonnen Nutzlast
- 7,5-Tonner: 6 bis 8 Europaletten, rund 2,5 bis 3 Tonnen Nutzlast
- 12-Tonner: 12 bis 15 Europaletten, rund 5 bis 6 Tonnen
- Sattelzug: 33 bis 34 Europaletten, rund 24 bis 25 Tonnen
Stapelbarkeit ist der größte einzelne Preishebel
Das ist der Punkt, der in Anfragen am häufigsten fehlt und den Preis am stärksten verändert.
Zehn stapelbare Paletten mit je 90 Zentimetern Höhe belegen fünf Stellplätze, weil sie doppelt gestellt werden können. Zehn nicht stapelbare Paletten derselben Höhe belegen zehn Stellplätze. Bei gleichem Gewicht und gleicher Strecke ist das im Extremfall der doppelte Preis.
Wenn Ihre Ware grundsätzlich stapelbar ist, sagen Sie es dazu. Und wenn sie es nicht ist, sagen Sie das erst recht, denn wenn ein Frachtführer stapelbar kalkuliert und am Ladeort feststellt, dass nicht gestapelt werden darf, wird die Differenz nachberechnet.
Wann die Menge nicht entscheidet
Es gibt Fälle, in denen die Komplettladung auch bei kleiner Menge richtig ist:
- Fester Termin. Wenn die Ware zu einer bestimmten Uhrzeit da sein muss, ist Stückgut keine Option.
- Empfindliche Ware. Kalibrierte Messtechnik oder empfindliche Elektronik übersteht zwei Umschläge oft schlechter als eine Direktfahrt.
- Hoher Warenwert. Bei geringem Gewicht und hohem Wert greift die Haftungsbegrenzung von 8,33 Rechnungseinheiten je Kilogramm besonders hart. Weniger Handling bedeutet weniger Risiko.
- Sperrige Formen. Was nicht ins Stückgutnetz passt, wird ohnehin als Sperrgut berechnet, und dann ist die Direktfahrt oft nicht mehr weit entfernt.
Die praktische Empfehlung
Fragen Sie im Bereich zwischen acht und zwanzig Paletten grundsätzlich beide Varianten an. Es kostet Sie nichts und die Differenz überrascht regelmäßig, in beide Richtungen. Ein Spediteur, der Ihnen von sich aus die günstigere Variante nennt, auch wenn sie für ihn der kleinere Auftrag ist, ist der richtige.